25. August 2017

Pressemitteilung

Eremit in der Eremitage

Seltener Käfer nach langer Zeit wieder in der Bayreuther Eremitage gesichtet

Eine kleine Sensation fiel in der Eremitage Bayreuth buchstäblich vom Himmel: im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Sichtkontrollen des Baumbestandes mit einer mobilen Hebebühne fiel ein Exemplar des bis dato verschollen geglaubten Eremitenkäfers herab. Da der Eremit zu einer europaweit geschützten Art zählt, ist die Aufregung groß. Das adulte, lebende Eremiten-Männchen (Osmoderma eremita) wurde sofort von einem Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth aufgehoben, fotografiert und der Sensationsfund an die Höhere Naturschutzbehörde gemeldet. Hedwig Friedlein, Regierungsdirektorin der Höheren Naturschutzbehörde Oberfranken, spricht von einem „höchst erfreulichen Fund“.

Der Eremitenkäfer war unter anderem ausschlaggebend dafür, dass Teile des Hofgartens Eremitage als Schutzgebiet gemäß der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (kurz FFH-Gebiet) ausgewiesen wurden. Diese Gebiete sind Teil des Schutzgebietssystems "Natura 2000", welches den Schutz der einheimischen Natur in Europa zum Ziel hat. Der Eremit ist eine gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art und steht auf der roten Liste. Die letzte Sichtung eines Eremitenkäfers in der Eremitage liegt schon einige Jahre zurück: 1983 wurde der Käfer zuletzt in der Eremitage nachgewiesen.

Der Eremit ist unter anderem auch im Schlosspark Nymphenburg und im Hofgarten Ansbach beheimatet; seine bevorzugte Heimstatt sind alte Baumhöhlen. Diese verlässt er nur sehr selten, was zu seiner Namensgebung führte. Im Falle des Bayreuther Eremiten war es eine 120 bis 150 Jahre alte Linde, die dem Käfer vermutlich einen Unterschlupf bot. Die alten Baumbestände in den historischen Parkanlagen der Bayerischen Schlösserverwaltung sind einer der wenigen noch verbliebenen Rückzugsräume dieser Art. Die Bayerische Schlösserverwaltung ist daher bemüht, den Erhalt des Eremiten im Rahmen der Parkpflege zu sichern und zu fördern. Dazu versucht man durch eine fachgerechte Baumpflege die Biotopbäume des Eremiten möglichst lange zu erhalten. Damit kommt die Schlösserverwaltung ihrer Verpflichtung nach, neben dem Erhalt des einzigartigen kulturellen Erbes der Schloss- und Gartenanlagen auch deren Bedeutung für den europäischen Artenschutz zu wahren. Die Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth sind stolz, dem Eremiten in der Eremitage einen geeigneten Lebensraum bieten zu können und setzten das gefundene Exemplar selbstverständlich wieder an seinen Fundort zurück.


Presse-Informationen:
Dr. Cordula Mauß und Franziska Hölzle
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190
presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 25. August 2017

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