7. Dezember 2017

Pressemitteilung

Pünktlich zur Adventszeit:
Burgkapelle St. Georg erstrahlt jetzt in vorweihnachtlichem Glanz

Im Oktober und November ließ die Bayerische Schlösserverwaltung den Innenraum und die wertvollen frühgotischen Kunstwerke der Burgkapelle St. Georg bei einer umfassenden restauratorischen Reinigungsaktion reinigen. Die Kapelle erstrahlt nun wahrlich in einem vorweihnachtlichen Glanz.

Die Burgkapelle zählt zu den Gründungsbauten der Burg Trausnitz in Landshut, die Herzog Ludwig der Kelheimer ab 1204 errichten ließ. Mit ihrem bedeutenden frühgotischen Skulpturenschmuck aus dem zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts und den von den Reichen Herzögen gestifteten Flügelaltären bildet sie bis heute ein einzigartiges Ensemble der Kunst des hohen und späten Mittelalters in Bayern und eine Sehenswürdigkeit allerersten kunsthistorischen Ranges auf der Burg.

Restauratorische Reinigungs- und Pflegemaßnahme

Bei der Reinigungs- und Pflegemaßnahme ließ die Bayerische Schlösserverwaltung den gesamten Kapellenraum umfassend reinigen. Knapp 50 Jahre nach der letzten durchgreifenden Instandsetzung war eine solche qualifizierte Reinigung der Kapelle mehr als überfällig. Staub hatte sich im Lauf der Jahre auf allen Flächen der Raumschale und auf den zum Teil ohne Gerüst nicht erreichbaren wandfesten Kunstwerken festgesetzt und sich in Spinnweben im Gewölbe verfangen, so dass viele Flächen vergraut erschienen.

Ein komplexer Gerüstaufbau war notwendig, um alle Stellen zu erreichen. Sämtliche Oberflächen von Raumschale und Ausstattung wurden von Restauratoren mit weichen Pinseln und begleitendem Absaugen schonend von lose aufliegenden Verunreinigungen gesäubert. Am Betstüberl auf der Westempore etwa ist nach der Reinigung die Differenzierung der Architekturgliederung durch Verwendung verschiedenfarbiger Holzsorten wieder deutlich ablesbar.

Bestandssicherung zur Vermeidung von Substanzverlust

In kleinerem Umfang konnten im Zuge der Maßnahme auch erforderliche Sicherungs- und Festigungsmaßnahmen an Rissbildungen im Putz sowie von Grundierungs- und Fassungsablösungen an den Skulpturen durchgeführt werden, so an der eindrucksvollen Kreuzigungsgruppe der Ostempore und an dem schönen Relief Joseph Knabls mit dem Stifterbildnis König Ludwigs II. vor der Madonna hoch oben an der Altarwand, das der König der Kapelle 1871 hinzufügen ließ. Die Kapelle zeigt nun wieder ein deutlich gepflegtes Erscheinungsbild und der Bestand ist gesichert.

Das große Raumgerüst wurde jedoch auch genutzt, um eine Schadenserfassung der 18 farbig gefassten Stuckfiguren der Emporenbrüstung vorzunehmen, die Teil des ungewöhnlich umfangreichen Skulpturenzyklus der Frühgotik sind, der die Kapelle so bedeutend macht. Die Erfassung der Schäden soll in den kommenden Jahren den Einstieg in eine umfassende Untersuchung und Restaurierung der Skulpturen ermöglichen. Bei deren teilweise sehr fragilen mittelalterlichen Fassungsresten ist äußerste Vorsicht geboten. Die in Teilbereichen starken Schäden sind unter anderem auch Spätfolgen früherer unsachgemäßer Maßnahmen zur Freilegung der mittelalterlichen Farbfassung.

Die Burg Trausnitz und ihre Kapelle

Die Burg Trausnitz in Landshut war seit ihrer Gründung 1204 bis ins frühe 16. Jahrhundert Zentrum von Macht und Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern. Die mittelalterliche Burg prägen die eindrucksvollen Befestigungen, der hoch aufragende Wittelsbacher Turm sowie die Burgkapelle mit ihrem von der französischen Kathedralplastik beeinflussten Skulpturenschmuck und den Flügelaltären der Reichen Herzöge. Die Laubengänge im Burghof und die berühmten Malereien der Commedia dell’arte in der Narrentreppe stammen aus der Zeit der Renaissance, als die Trausnitz Hofhaltung der bayerischen Erbprinzen war.

Die Burg Trausnitz mit der Burgkapelle St. Georg ist während der Winteröffnungszeiten von Oktober bis März täglich von 10-16 Uhr mit Führung zu besichtigen. Während der Burgweihnacht am kommenden Dezemberwochenende ist die Besichtigung der Burg ohne Führung möglich und im Eintrittspreis der Burgweihnacht enthalten.

Weitere Informationen zur Burg Trausnitz finden Sie unter www.burg-trausnitz.de.

 

Presse-Informationen:
Dr. Cordula Mauß und Franziska Hölzle
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 7. Dezember 2017

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