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Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege

Das freiwillige Jahr in der Denkmalpflege (FJD) wird von den Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Trägerschaft der ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) organisiert. Dabei soll interessierten Jugendlichen die Möglichkeit geboten werden, sich theoretisch und praktisch mit Fragen der Denkmalpflege auseinanderzusetzen. Das Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung dient seit Oktober 2009 als Einsatzort für den praktischen Teil dieses Orientierungsjahres, der theoretische Teil wird in Form von Seminaren von der Jugendbauhütte Regensburg getragen.

Als Einsatzort bietet das Restaurierungszentrum vielfältige Aufgaben für die jungen Freiwilligen. Sie werden in allen Restaurierungsfachbereichen (Gemälde, Möbel, Papier, Textil, Kunsthandwerk, Wandmalerei, Präventive Konservierung) und in den Handwerkswerkstätten (Vergolder, Bildhauer, Schreiner, Zimmerer, Tapezierer, Schlosser) eingesetzt. Dort können sie erste Erfahrungen im Umgang mit Kunstwerken sammeln und unter Aufsicht der Fachkräfte auch selbst Hand anlegen. Eine theoretische Unterweisung hinsichtlich Materialeigenschaften, Konservierungsmöglichkeiten und Kunsttechniken erfolgt ebenso. Neben dem Einsatz im Restaurierungszentrum ist auch die Mitarbeit in anderen Fachabteilungen (Museums-, Bau- und Gärtenabteilung) der Bayerischen Schlösserverwaltung z.B. bei Ausstellungsvorbereitungen möglich.

Das Arbeitsgebiet gestaltet sich also sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich, deshalb werden an die Bewerber hohe Anforderungen gestellt. Ein grundsätzliches Interesse und eine hohe Sensibilität für die Erhaltung von Kunst- und Kulturgut sind genauso Voraussetzung für eine Einstellung wie ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Als Vorbereitung auf den Einsatz in der Schlösserverwaltung ist ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb zur Schulung der manuellen Geschicklichkeit sinnvoll. Erwünscht sind Erfahrungen im Umgang mit Fotografie, schriftliches Ausdrucksvermögen und Einsatzbereitschaft auch bei Routinearbeiten

Das abgeleistete freiwillige Jahr kann u.U. als Vorpraktikum zur Aufnahme eines Studiums der Konservierungs- und Restaurierungswissenschaft anerkannt werden.


 

Bild: Frau Karpentier bei der Vorbereitung einer Fotodokumentation

Pia Karpentier beim Ausrichten
der Fransen zur Vorbereitung
der Fotodokumentation

Erfahrungsbericht Pia Karpentier
(erste Freiwillige bei der Bayerischen Schlösserverwaltung)

Seit Oktober absolviere ich ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege im Restaurierungszentrum. Da ich später einmal Restaurierung studieren möchte, jedoch noch unentschlossen bin was den Fachbereich betrifft, gibt mir dieses Jahr die einmalige Gelegenheit den Restauratoren über die Schultern zu schauen und mitzuhelfen. Denn anders als bei einem normalen Praktikum habe ich die Möglichkeit in jede der Werkstätten einmal reinzuschnuppern.

So durfte ich zum Beispiel helfen, mit einem Aquarellfarbkasten die Schäden der Vergoldungen des Fußteiles vom Bett des Privatschlafzimmers aus Herrenchiemsee zu retuschieren und einen vergoldeten Bilderrahmen eines König Ludwig II. Portraits zu reinigen. Bei den Papierrestauratoren durfte ich ein Musterblatt anfertigen, um daran durch das Kleben von Rissen, Schnitten oder das Ergänzen von Fehlstellen mit verschiedenen Papieren und Klebematerialien eine Einführung in die Papierrestaurierung zu bekommen. Aber auch das Sortieren von Lüstergläsern nach Form, Alter und Herkunft sowie das Suchen der jeweiligen Gläser für den richtigen Lüster ist interessant und spannender als man anfangs denkt.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mein FJD im Restaurierungszentrum mir sehr viel Spaß macht und ich mir keine bessere Einsatzstelle vorstellen könnte.

Pia Karpentier


Erfahrungsbericht 2017 von Franziska Reichl und Anna-Lena Schubert

Erfahrungsbericht 2016 von Marie Heimmerl und Katharina Zöttl

Erfahrungsbericht 2015 von Florian Bausch

Erfahrungsbericht 2014 von Karen und Lea

Erfahrungsbericht 2013 von Sabina und Anne

Erfahrungsbericht 2012 von Claudia Kolbe und Bernadette Brandl

Erfahrungsbericht 2011 von Eva Engelhardt und Klaus Schmauser

 

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