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Tradition der Erhaltung von Kunst- und Kulturgut

Als Vorläufer der Bayerischen Schlösserverwaltung hatte schon der Obersthofmeisterstab der kurfürstlichen und königlichen Verwaltung ein besonderes Augenmerk auf das Mobiliar und andere Ausstattungen der Schlösser. Bereits im 16. Jahrhundert wurde begonnen, Inventarbücher anzulegen und die vielfältigen Ausstattungen zu beschreiben.

Als frühe Schutzmaßnahmen dienten beispielsweise Schonbezüge (Hussen) für mit Seidenstoffen bespannte Möbel. Die kostbaren Wandbespannungen wurden mit Vorhängen abgedeckt sowie Fensterläden angebracht, um das Tageslicht weitgehend auszuschließen. Seit 1663 kümmerte sich ein Hofuhrmacher um die regelmäßige Pflege der Uhren und seit Mitte des 18. Jahrhunderts sorgten sich renommierte Möbelschreiner um den Erhalt der Möbel. Die Tapezierer, Schreiner, Schlosser, Präparatoren und Sattler der Betriebswerkstätten der ehemaligen Krongutverwaltung hatten darüber hinaus die Aufgabe, die Ausstattungen der Schlösser und den Kutschenpark gebrauchsfähig zu halten.

 

Bild: Erste Werkstatt für Gemälderestaurierung

Erste Gemälderestaurierungswerkstatt
in der Residenz München, ca. 1970

Der Zweite Weltkrieg war ein wesentlicher Einschnitt für die Erhaltung der Schlösser und ihre Ausstattungen. Bereits während des Krieges zielten zahlreiche Schutzmaßnahmen und Auslagerungen darauf ab, Schlösser und Kunstwerke vor Beschädigungen zu bewahren.

Nach 1945 begann eine lange Phase des Wiederaufbaus, insbesondere der Münchner Residenz, an der Werkstätten mit Vergoldern, Bildhauern, Stuckateuren, Malern und Kunstschlossern maßgeblich beteiligt waren.

Nach dem verheerenden Brand auf der Burg Trausnitz in Landshut 1961 erkannte man, dass es notwendig war, Restaurierungswerkstätten einzurichten, um die zerstörten Räume wiederherzustellen. Aus diesem Grund wurde kurze Zeit später erstmals der Gemälderestaurator Georg Hager fest eingestellt, dem weitere Restauratoren nachfolgten. Mit der Einrichtung eines entsprechenden Referates in der Museumsabteilung gelang es 1981, die Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut als wesentliche Aufgabe der Bayerischen Schlösserverwaltung zu etablieren.

Im Jahr 2000 wurden das Restaurierungsreferat der Museumsabteilung und Teile der ehemaligen Residenzwerkstätten zum Restaurierungszentrum zusammengefasst, das nun als eigener Bereich direkt dem Präsidium der Schlösserverwaltung unterstellt ist.

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