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Schlosserei

Bild: Schlosserei

 

Die Schlosserwerkstatt befindet sich mit zwei Mitarbeitern in Schleißheim auf dem Gelände der Schloss- und Gartenverwaltung. Zu den wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre zählt die Wiederherstellung der sogenannten Motté-Gitter. Als Brüstungs- und Balkongitter sind sie im Auftrag von Kurfürst Max Emanuel in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gefertigt und in großer Zahl am Neuen Schloss Schleißheim angebracht worden. Sie gelten als herausragende Kunstschmiedearbeiten ihrer Zeit, aus Eisen und Buntmetallguss gefertigt und mit floralen Ornamenten verziert.

Antoine Motté, dem Leiter der Münchner Hofschmiede, aber auch Guillaume de Groff, der die Bronzerosetten und die Bronzeblätter modellierte, ist die besondere Qualität der Metallarbeiten zu verdanken. Beide Namen zeugen von der Bedeutung und vom hohen Wert der Gitter. Trotz früherer Reparaturen konnten Korrosion und Verfall der Gitter nicht aufgehalten werden. Zudem waren über die Jahrhunderte Kenntnisse über die Herstellung der wertvollen Schlosser- bzw. Schmiedearbeit verloren gegangener und mussten nun erst wieder erarbeitet werden.

 

Bild: Balkongitter, Vor- und Nachzustand

Balkongitter am Neuen Schloss Schleißheim, Vor- und Nachzustand

 

Die Gitter wurden zunächst gereinigt und frühere Schutzanstriche sowie Korrosionsprodukte entfernt, die Schäden begutachtet und dokumentiert. Für die Herstellung von fehlenden Teilen wurden Formen und Spezialwerkzeuge  hergestellt, die eine zeitsparende Fertigung der verschiedenen Zierelemente in angemessener Qualität ermöglichten. Anschließend wurden die Konstruktion stabilisiert und wo erforderlich Zierelemente wie Blätter aus zuvor geformten Eisenblechen ergänzt. Den Abschluss bildeten Anstriche und Vergoldungen, die eine erneute Korrosion des Metalls verhindern sollen. Diese Arbeiten werden von der Malerwerkstatt des Restaurierungszentrums ausgeführt.

 

Bild: Werkzeuge zur Fertigung von Zierelementen

Werkzeuge zur Fertigung verschiedener Zierelemente

 

Zu den weiteren Aufgaben der Schlosserwerkstatt zählen Reparaturen und metalltechnische Ergänzungen an historischen Treppengeländern, Fensterhebern und Türen. Zudem ist die Werkstatt immer wieder an Reparaturen und Neuverdrahtungen im Rahmen von Lüsterrestaurierungen beteiligt. 

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