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Vergolderwerkstatt

 

Bild: Blattgold und Werkzeug

Die Geschichte der Vergolderwerkstatt reicht zurück zu den 1958 im Bauamt der Bayerischen Schlösserverwaltung eingerichteten Werkstätten für den Wiederaufbau der Residenz München nach dem Zweiten Weltkrieg. Dort arbeiteten Vergolder und Fassmaler eng mit Bildhauern, Gürtlern, Schlossern, Schreinern, Stuckateuren, Tapezierern und Wandmalern zusammen an der Instandsetzung der historischen Innenausstattung. Die vielfältigen  Aufgaben umfassten hierbei neben Sicherungs- und Ergänzungsarbeiten an geschädigten Ausstattungen auch die teils umfangreichen Rekonstruktionen zerstörter Dekorationsteile in historischer Technik.

Mit Abschluss des Wiederaufbaus der Residenz und Übernahme der Werkstätten in das Restaurierungszentrum änderten sich ihre Aufgaben. Rekonstruktionen werden nicht mehr in dem Maße benötigt wie in den Nachkriegsjahren und Restaurierungsaufgaben wurden zunehmend in die Restaurierungswerkstätten verlagert. Daher hat sich die Werkstatt, den geänderten Anforderungen folgend, verkleinert und ist aktuell mit einer Kirchenmalermeisterin besetzt. Seit dem im Jahre 2013 abgeschlossenen Umbau der Werkstätten im Poststallbau in Schloss Nymphenburg ist die Vergolderwerkstatt in die Werkstatt für Gemälde- und Skulpturenrestaurierung räumlich integriert.

 

Bild: Bilderrahmen, Vor- und Nachzustand

Bilderrahmen mit Beschädigung, Ergänzung in Kitt und Kreidegrund sowie Endzustand

 

Schwerpunkte der heutigen Aufgaben sind Ergänzungen in historischer Technik an Gemälderahmen und beweglicher Ausstattung im Gesamtbestand der Schlösserverwaltung. Dabei werden beispielsweise Polimentvergoldung und -versilberung auf geschnitzten und stuckierten Objekten, auch Öl- und Leimtechniken auf Glas und Metall sowie verschiedene Farbfassungen ausgeführt.

Von besonderer Bedeutung ist die Angleichung an gealterte Oberflächen, damit sich die Ergänzungen harmonisch in das Umfeld im gewachsenen Ensemble einfügen. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Neufassung bildhauerischer Kopien, deren Originale aus konservatorischen Gründen ins Museum überführt wurden. Dabei wird eng mit den Bildhauern und der Skulpturenrestaurierung des Restaurierungszentrums zusammengearbeitet.

 

Bild: Brunnenputtos

Kopie eines Brunnenputtos und Muster zur Gestaltung der Fassung in Metallimitation (Bronze)

 

Zur Vermittlung und Weitergabe der historischen Vergoldungs- und Fasstechniken bietet die Werkstatt im Rahmen von Museumstagen und Sonderveranstaltungen Schnupperkurse und Workshops an, die sich besonders an ein junges Publikum wenden. Darüber hinaus werden Praktikanten aufgenommen, soweit es die personellen Kapazitäten zulassen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die für die Denkmalpflege in der Bayerischen Schlösserverwaltung unverzichtbare handwerkliche Tradition und Erfahrung in diesem Bereich erhalten bleibt und dauerhaft sowohl ausführend als auch beratend zur Verfügung steht.

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